Die Trawl-Woche

29.05. - 05.06.2021


In dieser Woche waren wir gleichzeitig mit 9 Traditionssegelschiffen in Nord- und Ostsee unterwegs und haben unsere selbstgebauten Manta Trawls zum Einsatz gebracht.
Jeden Tag fand für 30 Minuten ein sogenannter "Hol" statt. Dabei wird das Manta Trawl neben oder hinter dem Schiff hergezogen und somit das Oberflächenwasser gefiltert. Danach geht's ans Eingemachte: Alles, was sich im Ende des Netzes gesammelt hat, wird sortiert und ausgewertet. Seht selber...

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Eindrücke von unserer Trawl-Woche

Nach 8 Tagen mit 9 Schiffen auf 2 Meeren mit 9 Trawls und zahlreichenden Forscher* innen haben wir eine super spannende Trawl-Woche 2021 beendet.
Sowohl auf der Nord- und Ostsee als auch in der Elbe wurde viel aus dem Wasser gefischt: Organisches, aber auch Anorganisches. Was genau nun Mikroplastik ist und woher dieses stammt wollen wir im November im Labor auswerten. Bis dahin sammeln wir die Proben von allen Schiffen, werden uns einen Überblick verschaffen, was wann wo gesammelt wurde und unsere Trawls an Interessierte verleihen, damit jede*r selbst die Möglichkeit hat, mal genauer ins Wasser zu schauen.

Erfahrungsbericht von der Windsbraut

von Andrea

  

Wir hatten während unserer Manta Trawl Woche viele Gesprächsthemen über alles Mögliche was uns so in den Sinn kam. Aber natürlich haben wir uns auch selbst hinterfragt und wollten hier einmal die Gedanken und Denkanstöße von Andrea, die auf dem Schiff Windsbraut zwischen ab- und auflaufenden Strömen des Wattenmeeres Mikroplastik erfasst hat. 

„Warum Mikroplastik erfassen mit engagierten Freiwilligen von Segelschiffen aus? Ich finde das einen genialen Ansatz mit riesigem Potential“, so Andrea. „Für mich kommen hier zwei essenzielle Aspekte zusammen. 

Zum einen gelingt mit Citizen Science genau das, was bislang weder durch automatisierte Prozesse, noch durch einzelne, spezialisierte Forschungsteams geleistet werden kann: die erstmalige, arbeitsintensive, großflächige und synchrone Erfassung von Mikroplastik in unseren Gewässern. 

Zum anderen erfahren Menschen in ihrer Freizeit auf See eine persönliche Verbindung zum Meer. Das Thema Plastik im Meer erreicht uns hier draußen persönlich, wir sind ganz dicht dran. Denn, ob wir ein Thema als relevant und dringend bewerten, ob wir eine Leidenschaft für etwas entwickeln und uns Ziele setzen, die wir umsetzen wollen, ist immer abhängig davon, was wir persönlich erfahren haben. 

Jede*r ist mit Bildern von Extremsituationen, in der Plastikteppiche und an Müll verendete Seevögel und Meeressäuger dargestellt werden, in Berührung gekommen. Wir wollen aber wissen, wie sieht es heute im Durchschnitt in unseren Gewässern aus, in welcher Größenordnung kommt Mikroplastik hier vor? Solche Daten und Größenordnungen werden gebraucht, damit wir selbst unserem Ziel weniger Plastik im Meer landen zu lassen, durch weniger Plastikverbrauch und einem besseren Umgang mit Plastikmüll eine Messgröße und einen Vergleichswert geben. Bei Themen zu Klimawandel und Insektensterben sehen wir, dass durch leidenschaftliche Menschen, durch Hobbyforscher und durch deren persönlichen Einsatz in ihrer Freizeit etwas erreicht wurde, was trotz jahrzehntelangem wissenschaftlichem wie allgemeinem Wissen um die Themen zuvor nicht geschafft wurde: dadurch werden in Gesellschaft und Politik diese Themen nun aufgegriffen, diskutiert und verhandelt. 

Mikroplastik in einem Citizen Science Projekt zu erfassen heißt, dass wir staunen, mitmachen, nachdenken, uns austauschen und uns ein Bild davon machen. Wer entscheidet was uns wichtig ist und was wir verändern wollen? Wir selbst entscheiden das, anhand unserer Einschätzung und unseren individuellen Erfahrungen.“ 

 

Die Woche auf der Albin Köbis

von Emma

 "Nach unserer Ankunft am Schiff und einem Großeinkauf stachen wir am Montag in See. Das Wetter war traumhaft und die Wellen ruhig, was wir sehr genossen und uns auf eine tolle Woche voller neuer Erfahrungen (aber ohne Mikroplastik) freuten. Alle Personen an Bord waren glücklich über die Möglichkeit mit dem Traditionssegelschiff zu segeln und dabei auch noch Daten zur Mikroplastikkonzentration zu sammeln. Im Gegensatz zum Segeln, welches sich als deutlich komplizierter als erwartet herausstellte, kannten wir die Handgriffe für den Hol nach den ersten zwei, drei Tagen schon ganz gut und unterstützten wo es ging. Dabei halfen alle an Bord mit, wodurch eine einzigartige Gemeinschaft entstand. Mit der Zeit wurde uns „Neuen“ auch die Bedeutung der vielen Seile klarer, sodass wir auch beim Segeln besser mithelfen konnten. Die Abende ließen wir beim Spazieren über Felder und Strände, Beobachten der meist traumhaften Sonnenuntergänge und Auswerten der Daten ausklingen. 

Bis auf einige seekranke Menschen, einer Horde von Quallen und Algen sowie etwas Mikroplastik in unserem Netz verlief die gesamte Woche perfekt. Dass wir Mikroplastik fanden, ließ uns trotzdem nachdenklich werden; deshalb blicken wir gespannt auf die endgültigen Ergebnisse im Herbst. 

Dennoch: neue, super nette Menschen kennen zu lernen, gemeinsam bei allen Aktivitäten zu helfen, dabei Abenteuer auf dem Wasser und an Land zu erleben und gleichzeitig mit viel Begeisterung Daten zur Mikroplastikkonzentration zu sammeln, war einfach unglaublich. Die Zeit vor unserer Abreise verging viel zu schnell! "

An Bord Anleitung

Unsere Anleitung für die Erhebung an Bord ist fertig!
Diese enthält alle wichtigen Infos, die ihr während der Trawl-Woche benötigt. Ihr könnt sie euch digital abspeichern oder auch als Booklet ausdrucken. Viel Erfolg und Spaß damit!

Hier noch ein Tipp zu besonders guten Probennahmenorten - den Sea Slicks!

Außerdem die Tabelle, in der alle Daten gesammelt werden. Speichert hier alle wichtigen Infos und Ergebnisse ab.

Kurze Video-Anleitungen

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It's Manta Time

Yeah! Hier ist die Vorbeitung auf die Probennahme. 

  • Ausbaumer einrichten
  • wie wird der Manta Trawl ausgebracht und 
  • die Sicherungsleine nicht vergessen!

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Manta Trawl Einholen

Worauf ist zu achten beim Einholen des Trawls. Das wird 
hier in den einzelnen Schritten erklärt. 

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Proben sichern

So wirds gemacht. Wir sind gespannt was ihr von den unterschiedlichsten Orten in euren Probegläsern sammelt.

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Der Würgeknoten

Wer mal den Würgeknoten lernen mag, hier ist er schön in Zeitlupe. Der ist sehr praktisch um den Manta Trawl damit an dem Ausbaumer zu befestigen. Wir haben ihn noch mit 2 halben Schlägen gesichert.

Die teilnehmenden Traditionssegelschiffe

Elbewer Windsbraut, Segelrevier nordfriesisches Wattenmeer und die Elbe

Gaffelketsch Albin Köbis, Segelrevier Ostsee

See-Ewer Amazone, Segelrevier Nord- und Ostsee, sowie Elbe

Groninger Tjalk Labor Sanitas, Segelrevier um Föhr und nordfriesisches Wattenmeer 

Traditionelle Wanderkutter von event nature, Segelrevier Schlei

Brigg Eye of the Wind, Segelrevier Nord-, Ostsee, Mittelmeer und Karibik

Toppsegelschoner Avatar, Segelrevier Nord- und Ostsee

Hoogaars Johanna von Amrum, Segelrevier Nordsee und Elbe

Boierschuit Hoop op Welvaart, Segelrevier Nordsee und Elbe

Hygiene

Uns liegen die aktuell geltenden Hygienevorschriften und somit die Eindämmung der Pandemie am Herzen. 
Daher verfolgen alle teilnehmenden Schiffe ein Hygienekonzept.